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Volkshaus Thum

575 Jahre Jahnsbach

September 2017

Standortdaten

Bundesland / Bezirk:
Sachsen / Chemnitz
Landkreis:
Erzgebirgskreis » Karte
Höhe:
550-630m ü. NN
Fläche / Einwohner:
18,89 km² / 5.321 (30.06.2015)

Geokoordinaten:
Lon. 12.9512, Lat. 50.6705

Ortschronik Thum

um 1200
Die Besiedlung unseres Gebietes reicht bis ins letzte Viertel des 12. Jahrhunderts zurück. Es waren vor allem Bauern aus Rheinfranken die den Wald rodeten und ihre Höfe entlang der Bachläufe errichteten. Den Namen Thum brachten die Einwanderer wahrscheinlich aus ihrer alten Heimat mit. Sprachliche und bauliche Übereinstimmungen mit dem Dorf Thum (heute Ortsteil von Kreuzau) deuten auch auf das Herkunftsgebiet der Siedler hin. Für die Herkunft des Namens Thum gibt es mehrere nicht zu belegende Deutungen, zum Beispiel Dom, Dominium (von Herrschaft oder bei der Herrschaft), der Name unserer Stadt taucht auch häufig im Zusammenhang mit Wasser auf (Sumpf, Moor, Bach).

1389
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Thum 1389 in einem Register der Erzdiözese in Prag, darin ist ein Pfarrer Nikolaus erwähnt der von Thum nach Gottleuba (Bad Gottleuba - Landkreis Sächsische Schweiz) versetzt wurde.

1469
Zur allmählichen Entwicklung unserer Stadt und der Erlangung städtischer Rechte trug vor allem der Bergbau entscheidend bei. Bereits 1445 wurde Thum in alten Gerichtsbüchern als "altes, freies Bergstädtlein" bezeichnet. Der endgültige Schritt zur weiteren Entwicklung hin zur Stadt war der Kauf der Gerichtsbarkeit zu Oberst und zu Niederst vom letzten Lehnsrichter Michel Hofeman, deshalb wurde dieses Datum als Jahr der Stadtwerdung gefeiert.

Bergbau 1300
Der Bergbau bestimmte seit Beginn des 14. Jahrhunderts die Entwicklung unserer Stadt maßgeblich. Abgebaut wurden verschiedene Erze wie Zinn, Silber, Kupfer und Blei. Es waren im Laufe der Zeit mehrere Seifen, 2 Pochwerke und 27 Gruben in unserem Ort in Betrieb. In Thum wurde auch in großer Menge ein Halbedelstein (Axinit) gefunden und abgebaut, der deshalb zuerst den Namen "Thumit" erhielt. Dieser Stein hat eine violette bis nelkenbraune Farbe, ist "durchscheinend bis halbdurchsichtig" und erfreute sich zu Schmuck verarbeitet großer Beliebtheit. Nach dem 30jährigen Krieg mit seinen Zerstörungen war ein rentabler Bergbau kaum noch möglich. Obwohl es immer wieder Versuche gab Gruben in Gang zu bringen, endete im 19. Jahrhundert die Entwicklung. Ein besonderer Beitrag zum erzgebirgischen Bergbau war die gleichberechtigte Mitarbeit der Thumer Bergleute bei der Erstellung des Zinner - Rechts - Weistums der Städte Ehrenfriedersdorf, Thum und Geyer von 1451. Dieses gilt heute als das einzige sächsische Bergrechts - Weistum des Mittelalters. Das alte historische Brauchtum der Bergleute ist jedoch noch lebendig und wird vor allem von der 1616 gegründeten Thumer Bergbrüderschaft weiter gepflegt.

1648
Ein besonderes Ereignis weist die Geschichte unserer Stadt auf. Am 15. Januar 1648 fand an der "alten" Ehrenfriedersdorfer Straße, an der sogenannten "Schwärze", in der Nähe des Pfarrfeldes ein Gefecht statt. Dieses wurde von Chronisten als das letzte größere Kampfgeschehen des 30jährigen Krieges auf sächsischem Boden bezeichnet. An dieses Ereignis erinnern die Tafeln des ehemaligen Denkmals von 1848 im Thumer Ehrenhain am Stadtpark. Diese wurden restauriert und am 14. Oktober 1998 anläßlich des 350. Jahrestages des Westfälischen Friedens von Münster und Osnabrück feierlich enthüllt.

1672 - 1990
Neben dem Bergbau war es die stets gute und für das Erzgebirge ertragreiche Landwirtschaft sowie Handel und Handwerk, die zur Entwicklung der Stadt beitrugen. Da sich Thums Wirtschaft nicht nur auf den Bergbau konzentrierte, überstand unser Ort auch die Krisen in diesem Bereich etwas besser als andere Städte und Dörfer im Erzgebirge. Im Zuge des bergbaulichen Niedergangs wurde in Thum auch geschnitzt und geklöppelt. 1767 wurde hier die erste erzgebirgische Klöppelschule eröffnet, die leider nur kurze Zeit bestand. Bestimmend für die handwerkliche und industrielle Entwick- lung wurde die Posamentenherstellung (Innung 1672 gegründet) und die Strumpfwirkerei. Die Strumpfwirkerinnung Thum wurde 1785 von Meistern aus Thum und Umgebung gegründet, die meisten Mitglieder kamen jedoch aus Jahnsbach. Zum größten Textilbetrieb und Hauptarbeitgeber in Thum entwickelte sich die 1815 von Ehregott Hofmann in Jahnsbach gegründete Firma "Theodor Hofmann" die sich ab 1831 auf dem ehemaligen Gelände des Lehnsrichter - Hofes in Thum etablierte. Auf dem Höhepunkt der Firmenentwicklung beschäftigte der für seine Zeit hochmoderne Betrieb ca. 500 Arbeiter und Angestellte sowie ca. 200 Heimarbeiter. Durch die dominante Stellung dieses Betriebes wirkte sich sein Niedergang 1932 nicht nur auf die Arbeiter und Angestellten aus, sondern war ein schwerer wirtschaft- licher Schlag für Thum, von dem sich der Ort nur mühsam wieder erholte. Bis 1990 waren es vor allem die metallverarbeitende und Textilindustrie, besonders Wäsche- und Strumpfbetriebe, die das Wirtschaftsleben in unserer Stadt prägten.

1886
Einen neuen Schub erhielt die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung unserer Stadt durch den Bau der Schmalspurbahn. Thum erhielt mit der Fertigstellung des 1. Streckenabschnittes nach Wilischthal 1886 den ersehnten Bahnanschluß. 1906 kam eine zweite Strecke Thum - Schönfeld - Wiesa und ein neuer Bahn- hof hinzu. Mit der Bahnlinie Thum - Meinersdorf 1911 entwickelte sich der Thumer Bahnhof zum verkehrsreichsten Kleinbahnknotenpunkt Sachsens. Der Niedergang des Thumer Schmalspurnetzes begann mit der Stilllegung der Strecke Thum - Schönfeld - Wiesa 1967, die beiden anderen Linien folgten bis 1974. Die Deutsche Bahn AG betrieb bis 1995 ein Aufarbeitungs- und Reparaturwerk, mit seiner Schließung endete die 110 jährige Geschichte des Thumer Schmalspurnetzes endgültig.