Ortschronik Jahnsbach

um 1200

Für die Zeit der Besiedlung nimmt man ebenfalls das letzte Viertel des 12. Jahrhunderts an. Bei den ersten Einwohnern handelte es sich um Bauern aus den fränkischen Regionen an Rhein und Main. Diese bauten entlang des Baches ein typisches Waldhufendorf auf. Die immer engen Verbindungen zum Nachbarort Thum haben wohl schon seit dieser Zeit bestanden, denn nicht nur, dass Jahnsbach bis 1442 zum Lehnhof gehörte, es bildete auch bis 1900 ein gemeinsames Kirchenspiel mit den Thumern. Die Herkunft des Namens ist nicht belegbar. Es wird jedoch angenommen, dass der Lokator (Siedlerführer) des Ortes den Namen Jan oder Johannes hatte, daraus abgeleitet entwickelte sich das "Dorf des Jahn am Bach" zum heutigen Ortsnamen.

1442

Die erste urkundliche Erwähnung Jahnsbachs stammt von 1442. In einem Kaufbrief wird der Verkauf des Dorfes Jahnsbach zwischen den Besitzern des Thumer Lehnhofes und einem Hans Kagerer geregelt (Kagererbrief).

1520 oder 1530

Diese Zeit ist für die weitere Entwicklung des Dorfes von großer Wichtigkeit. Jahnsbach erhält infolge kleiner Zinnerzvorkommen auf seinen Fluren einige Freiheiten, die Dorfbewohnern sonst nicht zustanden: Braurecht, Vogelfang, freies Bauholz und vor allem Befreiung von Fronlasten "mit Hand und Pferd, dass sie ihrer geringen Nahrung und der Bergarbeit abwarten können". Diese Rechte konnten sich die Jahnsbacher größten Teils im Laufe der Zeit erhalten. Am 7. November 1838 lud der Gerichtsdirektor Gensel im Auftrag des Grundherren von Schönberg alle Jahnsbacher Männer in das Erbgericht ein, um über eines Gemeinderates für die Verwaltung des Dorfes zu befinden. Mit der Aufhebung des Patrimonialgerichtswesens in Sachsen 1849 erhält Jahnsbach die endgültige Unabhängigkeit von der Rittergutsherrschaft Gelenau.

Bergbau 1300

Die Anfänge des Bergbaus in Jahnsbach werden wohl wie in Ehrenfriedersdorf und Thum um 1300 gelegen haben. Wenn der Bergbau in Jahnsbach auch keinen sehr großen Umfang hatte, so reichte er dennoch aus, den Ort unter Bergrecht zu stellen, womit Jahnsbach Rechte erhielt, die nicht jedem Dorf zustanden. Im Ort waren 6 Bergwerke in Betrieb, es wurde vor allem Zinnzwitter und Silber abgebaut. Zu Beginn hatten die Jahnsbacher alles was sie förderten nach Ehrenfriedersdorf, dass ein Bergamt hatte, abzuliefern. Dies änderte sich jedoch 1539, als Geyer eigene Zinnflöße erhielt und die Bergleute in Jahnsbach verpflichtet waren ihre Ausbeute dort abzugeben.

1672-1990

Mit dem Nachlassen der Ergiebigkeit der Bergwerke entwickelten sich auch in Jahnsbach die typischen erzgebirgischen Handwerke wie Klöppeln, Schnitzen und die Bortenweberei, aus der die Posamentiererei hervorging. Die 1672 in Thum gegründete Posamentierinnung schloss wahrscheinlich auch die Jahnsbacher Meister mit ein. Im 18. Jahrhundert begann die Strumpfwirkerei ihren Siegeszug im Erzgebirge und Jahnsbach kann man als eines ihrer frühen Zentren ansehen. In der Thumer Strumpfwirkerinnung, gegründet 1785, bildeten die Jahnsbacher die überwiegende Mehrheit. Mit dem Einzug der Strumpfherstellung und der Entstehung mehrerer Kleinbetriebe im 19. Jahrhundert entwickelte sich Jahnsbach zu einem Industriedorf. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung des heutigen Thumer Ortsteiles verlief im wesentlichen ähnlich wie die der einstigen Nachbarstadt.

1911

Mit dem Bau der Schmalspurbahnlinie Thum-Meinersdorf, die am 1. Oktober 1911 eingeweiht wurde, erhielt Jahnsbach endlich einen eigenen Bahnanschluss. Durch diese Bahnlinie wurden nun auch die Jahnsbacher Bedürfnisse als Industriedorf, zu dem es sich im 19. Jahrhundert entwickelt hatte, berücksichtigt.